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Film Forum

       IRAN
 

Dokumentationen und Dialoge
über eine Gesellschaft im Wandel

Istanbul
Januar 2022

AT THE
 

CROSSWAYS
 

Das Filmforum präsentiert Kurz- und Dokumentarfilme, die Einblicke in aktuelle Forschungsprojekte des Orient-Instituts Istanbul aus den Forschungsfeldern „Musikwissenschaft“, „Mensch, Medizin und Gesellschaft“ sowie „Religionsforschung“ geben.

Von der Konfrontation religiöser Gemeinschaften mit technologischem Fortschritt und der Moderne bis hin zu sich wandelnden Männlichkeitsvorstellungen im Kontext einer umstrittenen Geschlechterordnung, werden Einblicke in die iranische Gesellschaft gewährt, die international bisher wenig Beachtung gefunden haben.

Im Mittelpunkt stehen Filme und Stimmen, welche die Komplexität sozio-kultureller Zusammenhänge in Iran beleuchten. Die Filme werden von Wissenschaftler*innen des Orient-Instituts Istanbul vorgestellt und von Dialogen mit Filmemacher*innen und Expert*innen aus den jeweiligen Bereichen begleitet. Durch die Verbindung von künstlerischer Praxis mit wissenschaftlichen Erkenntnissen möchte das Filmforum unterschiedliche Sichtweisen ins Gespräch bringen. Die drei Themenblöcke laden das Publikum ein, mit eigenen Perspektiven an dem Austausch zwischen Wissenschaftler*innen und Filmemacher*innen teilzunehmen. 

Die deutschsprachige Ausgabe des Filmforum fand von 12. bis 13. November 2021 online statt. 
Eindrücke vom  IAC Hamburg

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In Kooperation mit

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Programm Iran at the Crossways

Programm

 
 
Donnerstag, 20.01.2022
16:30 Uhr
Dokumentarfilme und Sozialer Wandel in Iran: Zwischen Dokumentation, Bildung und Kunst

Das Bedürfnis zu dokumentieren ist eng mit menschlichen Erfahrungen von Vergänglichkeit und Veränderung verbunden. Die Filmtechnologie hat es ermöglicht, Aspekte unserer Erfahrungen und der Welt um uns herum auf unmittelbare und „authentische“ Weise festzuhalten. Der Film ist aber auch ein expressives, künstlerisches Medium. Er konserviert nicht nur, sondern vermag auch neue Wirklichkeiten hervorzurufen oder gar zu schaffen. Dokumentarfilme beschäftigen sich also sowohl mit dem Vergänglichen als auch mit dem neu Entstehenden.

 Die in dieser Sektion gezeigten Filme beleuchten, wie die Praxis des dokumentarischen Filmemachens auf unterschiedliche Weise in Prozesse des sozialen Wandels in Iran eingebunden ist. Im Gespräch mit den beiden Filmemacherinnen Mina Keshavarz und Mina Rad werden wir uns darüber austauschen, wie das Filmhandwerk mit Entwicklungen in der iranischen Gesellschaft zusammenhängt. Auf welche Herausforderungen stößt der Dokumentarfilm als Genre in der speziellen kulturellen und politischen Situation Irans? Wie wirken sich zum Bespiel technologische Entwicklungen und institutionelle Bedingungen der Filmproduktion in Iran, aber auch international, auf die Arbeitsweise von Filmemachern aus? Da Filmemacherinnen und Filmemacher mit unterschiedlichen Formen der Geschlechtertrennung und kulturellen Tabus konfrontiert sind, stehen sie potenziell auch vor Herausforderungen in Hinblick auf die Gestaltung ihrer Dokumentation und des filmischen Ausdrucks. Wie wirkt sich dies aus auf das, was auf der Leinwand präsentiert werden kann? Wie gehen FilmemacherInnen in einer globalisierten, technologisch vernetzten Welt mit den unterschiedlichen Perspektiven und Blicken des in Iran heimischen, des in der Diaspora lebenden und des „westlichen“ Publikums um, die jeweils neue, vielleicht unbeabsichtigte Interpretationen in ihre filmische Arbeit einbringen? Der Themenblock gibt Gelegenheit, über die Verhältnisse nachzudenken, unter denen DokumentaristInnen, die in und über Iran arbeiten, ihr Handwerk ausüben, und beleuchtet die Verortung der im Filmforum gezeigten Werke.

Filme

16:30 Uhr

Persische Geschichten, Jean Rouch in Iran

2019, Frankreich, Mina Rad, WCD Production, 57 Min.

Der Film beleuchtet die besondere Beziehung, die Jean Rouch zu iranischen Filmemachern hatte. Jean Rouch, ein französischer Filmemacher und Ethnologe, reiste in den 1970er Jahren dreimal nach Iran. Er gab mehrere Workshops und drehte einen Film in Isfahan. Wie der Film zeigt, sind iranische Filmemacher auch heute noch sowohl direkt als auch indirekt von Jean Rouchs Methode, aber auch von seiner künstlerischen Vision und seiner sozialwissenschaftlichen Arbeit beeinflusst. Der Film zeigt, wie eine junge Generation iranischer Filmemacher wie Jean Rouch darüber nachdenkt, wie die Kamera Wirklichkeit verändern kann!

Im Anschluss an die Filme

Panel Talks

mit

Mina Rad & Shahrouz Tavakol;

Mina Keshavarz & Nahid Rezaei

Moderation: Katja Rieck

19:00 Uhr

Beruf: Dokumentarist
2014, Iran, Shirin Barghnavard, Firouzeh Khosrovani, Farahnaz Sharifi, Mina Keshavarz, Sepideh Abtahi, Sahar Salahshoor, Nahid Rezaei, 80 Min.

„Wir iranischen Dokumentaristinnen haben Filme, die nur in unseren Köpfen entstehen können. Manchmal erzählen wir sie uns gegenseitig.“  Dieses intime Ensemblestück umfasst sieben persönliche Geschichten, die nach der islamischen Revolution im Jahr 1979 nicht mehr erzählt werden konnten.  Im Stil eines Tagebuchs sprechen sie Themen an, die das alltägliche Leben in Iran stark prägen, aber im Land dennoch „verboten“ sind. Die Protagonistinnen sinnieren auch über ihr verschwiegenes Leben und die damit verbundene Bedeutung des Mediums Film. Der Soundtrack besteht aus im Iran zensierter Musik, unter anderem von der iranischen Pop-Ikone Googoosh.

Freitag, 21.01.2022
16:00 Uhr
Modified (Hu)Man:
Traditionen, Verletzlichkeiten
und mögliche Zukünfte

Eingriffe am und in den Körper werden nicht nur vorgenommen, um Verletzungen zu „beheben“ oder Heilungsprozesse zu ermöglichen, sondern auch, um die menschliche Leistungsfähigkeit zu steigern. Ausgehend von unterschiedlichen Eingriffsmöglichkeiten möchten wir ihre Praktiken und symbolischen Auswirkungen auf den Körper thematisieren. Was sind ihre ermächtigenden Potentiale, und wo entstehen aber auch Verwundbarkeiten von Körpern für Mensch und Gesellschaft im Allgemeinen? Die Filme beschäftigen sich mit den Traditionen, Verletzlichkeiten und möglichen Zukünften diverser Körpermodifikationen in Bezug auf das Geschlecht als soziales Konstrukt. Sie schildern individuelle Reisen unterschiedlicher Körperwahrnehmungen und -eingriffe durch Raum und Zeit, indem sie das Verhältnis von Natur, Kultur und Körper mit Science-Art sowie kulturellen und fiktionalen Beiträgen aufzeigen. Dabei werden Fragen nach den Beziehungen zwischen soziokulturellen Kodierungen von Körpermodifikationen und Vorstellungen von Technologie in Wissenschaft, Kunst und Kultur gestellt. Mit einem fiktionalen Blick in die Zukunft stellen wir die Frage: Quo vadis, Modified (Hu)Man?

Filme

Adam
0:02, 2018, USA, Emma Allen, oD

Adam ist ein animiertes Porträt, das aus der Zusammenarbeit zwischen der Künstlerin Emma Allen und der Neurowissenschaftlerin Daisy Thompson-Lake innerhalb des Projekts „Grey Matters“ entstanden ist. Es veranschaulicht einige der grundlegenden neurologischen Prozesse und Emotionen im Zusammenhang mit Depressionen.

Aphasia Mechanica
0:03, 2010, USA, Daniel Warner, oD

Schwarz-Weiß-Impressionen mechanischer Teile im menschlichen Körper.

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Stepfather’s Legacy

1:07, 2015, Iran, Nima Mahdian 

Ein Mann mit Heiratswunsch leidet unter Haarausfall und Kahlköpfigkeit, was ihn dazu veranlasst, verschiedene medikamentöse Behandlungen auszuprobieren und sich sogar operieren zu lassen. Obwohl er sich durch diese Investitionen darum bemüht, seine Position auf dem Heiratsmarkt zu stärken, legen sie letztlich die Schwachstellen seiner Männlichkeit offen.

Carlottas Gesicht

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0:05, 2018, Deutschland, Valentin Riedl & Frédéric Schuld

Als Kind glaubt Carlotta, dass die Menschen um sie herum keine Gesichter haben. Sie erkennt nicht einmal ihr eigenes Gesicht. Jahre später erfährt sie von einer seltenen, nicht behandelbaren neurologischen Erkrankung. Schließlich bietet ihr die Kunst einen Zugang, sich endlich selbst zu erkennen.

The Auxiliary

0:08, 2018, Belgien, Frédéric Plasman

Allein vor ihrem Spiegelbild in einer zusammenstürzenden Welt, will eine verzweifelte Frau, die sich zu Unrecht diskreditiert fühlt, alles beenden. Aber wer ist sie und warum?

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Runder Tisch

Wissenschaft, Kunst und Kommunikation: Begegnungen am Kreuzweg

mit Arsev Umur Aydınoğlu (METU, Science and Technology Policy Studies), Yücel Günal (Graphic Designer),

Eser Epözdemir (Künstlerin / Kulturproduzentin), Merve Şahinol (Künstlerin, Düsseldorf)

Moderatorin: Melike Şahinol (Orient-Institut Istanbul)

Wo immer der Wissenschaftler*innen versuchen, die Welt zu beschreiben und zu erklären, wollen Künstler*innen sie aus ihrem subjektiven Stand heraus neu erschaffen, hinterfragen und im wahrsten Sinne des Wortes de- und re-konstruieren. Künstler*innen beschäftigen sich zunehmend mit der Herausforderung, die die Bio- und Technowissenschaften für Mensch und Gesellschaft bedeuten. Dieser künstlerische Umgang mit Technosience ist wichtig, um auch moralische, religiöse, ethische Fragen aufzuwerfen und diese mit der Öffentlichkeit zu diskutieren. In diesem Panel wollen wir diese Diskussionen anstoßen. Indem wir Ergebnisse unseres Unterprojekts „Hair:y_less Masculinities“ durch unser neu veröffentlichtes Wissenschaftskommunikations-Buch präsentieren, wollen wir mit Experten aus Wissenschaft, Kunst und Kommunikation eine allgemein verständliche und dialogorientiere Kommunikation mit der Öffentlichkeit anregen.

19:00 Uhr

Körper und Spiritualität:

Die musikalische und physische Tradition des Zurkhaneh

Die Dynamik des Wandels von Traditionen weltweit unter dem Einfluss von Globalisierung und Digitalisierung ist ein faszinierendes Forschungsfeld der Kunst und Geisteswissenschaften. In diesem thematischen Schwerpunkt beschäftigen wir uns mit Zurkhaneh als einer lebendigen Tradition in Iran und gehen der Frage nach, wie diese Tradition auf soziale Wandlungsprozesse reagiert. Zurkhaneh ist eine traditionelle iranische Sportstätte, in der die Menschen das trainieren, was sie den „antiken Sport“ nennen. Doch hinter diesem Ort steckt mehr als auf den ersten Blick erscheinen mag: Die Institution hat eine eigene Musiktradition, Regeln und Rituale sowie eine besondere Architektur, die auf mystischen und religiösen Fundamenten beruht. Mit der Vorstellung der Institution des Zurkhaneh erkundet dieser thematische Schwerpunkt die Wirkweise und Funktion dieser Tradition im Alltag der Iraner*innen im Land selbst wie auch in der Diaspora. Darüber hinaus beleuchten wir die Veränderungen in den konzeptuellen und performativen Aspekten der Zurkhaneh und wie sie mit den übergreifenden soziokulturellen Veränderungen zusammenhängen, die in den letzten Jahren in Iran stattgefunden haben.

Film

Zurkhaneh – The House of Strength
1:30, 2010, Kanada, Federico Spinetti, OmdU

Stimmen, Sehnsüchte und Widersprüche des zeitgenössischen Iran in einer Reise durch die fast undokumentierte Welt des Zurkhaneh, der alten iranischen Sporthallen, in denen traditionelle Kampfkünste und Musik zusammenkommen. Der Film reist von der iranischen Diaspora in Kanada über den städtischen Iran bis hin zum ersten internationalen Zurkhaneh-Olympiaturnier in Südkorea. Musik und Kampfkunstdarbietungen werden mit eindrucksvollen menschlichen Erfahrungen verwoben. Athlet*innen, Musiker*innen und Expert*innen offenbaren eine Vielzahl von Sichtweisen innerhalb der religiösen, ethischen und sozialen Welt von Zurkhaneh und ihre unterschiedlichen Beziehungen zu seiner Kulturgeschichte.

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Zurkhaneh zwischen Tradition und Wandel

Vortrag, Interview und Publikumsgespräch mit Dr. Lloyd Ridgeon

Der Film wird abgerundet und durch einen englischsprachigen Vortrag mit türkischer Übersetzung von Dr. Lloyd Ridgeon, Islamwissenschaftler an der University of Glasgow. Er setzt den Film in einen historischen und aktuellen Kontext und erklärt zentrale spirituell-physische Konzepte der Männlichkeit wie javanmardi („Jungmännlichkeit“, Ritterlichkeit) und pahlevani (Heldentum), die implizit stets präsent sind und fundamentale Bedeutung sowohl im Zurkhaneh als auch in der iranischen Gesellschaft haben. Anschließend folgt ein Interview mit Dr. des. Kamyar Nematollahy (IRSSC), und es gibt Gelegenheit für ein Publikumsgespräch.

Samstag, 22.01.2022
12:00 Uhr

Landschaften des Religiösen in Iran

Wenn man an Religion in Iran denkt, kommen einem zunächst Regeln und Einschränkungen in den Sinn, die nahezu alle Lebensbereiche zu durchdringen scheinen. Aber die vielfältigen religiösen Praktiken des Landes beinhalten viel mehr als eine Reihe von Dogmen oder Vorschriften. Solche Praktiken entfalten sich in alltäglichen Interaktionen zwischen Menschen, Dingen, Orten sowie sichtbaren und unsichtbaren Wesen. Durch die Betrachtung lokaler Aspekte gelebter Religion in der Stadt und auf dem Land wird dieser Themenblock religiöse Traditionen als einen Bereich der Kreativität, eine Kunst des Überlebens und als kulturelle, soziale und wirtschaftliche Ressourcen betrachten.

Filme
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Sign
0:28, 2014, Iran, Farzad Jafari, OmdU

In diesem Film geht es um ‘alam, die Standarten, die während der Aschura-Trauerrituale getragen werden. Der Film befasst sich mit der Herstellung solcher Standarten, den Handwerksmeistern, die sie herstellen, und den Bräuchen des Tragens der Objekte während der Aschura-Gedenkfeiern.

Anschließend an den Film:

Interview mit Regisseur Farzad Jafari

How Green Was Our Valley
0:32, 2009, Iran, Fereshteh Joghataei, OmdU

Das Wasser steigt, und dreiundsechzig Dörfer, die sich entlang eines grünen Tals verteilen, werden überflutet. Ihre Bewohner müssen das Tal verlassen. In einem der Dörfer gibt es ein Heiligengrab, und die Menschen warten darauf, dass sein Heiliger ihnen ein Wunder bringt.

Anschließend an den Film:

Interview mit Regisseurin Fereshteh Joghataei

The Holy Bread
0:23, 2008, Iran, Nadie Jafari, OmdU

Jedes Jahr im Februar findet im Dorf Oraman Takht im Südwesten der iranischen Provinz Kurdistan die Hochzeitszeremonie von Pir Shahriyar statt. Pir Shahriyar ist ein verehrter Heiliger, der vor neunhundert Jahren den Islam in diese Region brachte und die Tochter des Herrschers geheiratet haben soll, nachdem er sie geheilt hatte. Die Rituale der Zeremonie, die sich auf eine Vielzahl von sakralen Traditionen stützen, feiern ihre glückverheißende

Hochzeit.

Anschließend an den Film:

Interview mit Regisseurin Nadie Jafari

 
 
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IAC Hamburg 2021

 
Iran at the Crossways 
Online Filmforum Hamburg
12. & 13. November 2021

Aufgrund der Pandemielage im Herbst 2021 entschieden wir uns dafür, das in Hamburg geplante Filmforum in den digitalen Raum zu verlegen. So wünschenswert persönliche Gespräche und Diskussionen vor Ort gewesen wären, so erkannten wir ebenfalls die neuen Möglichkeiten, die dem Filmforum mit dieser Verlagerung offenstanden.Somit wurde  neben ausgewählten Filmen ein Programm aus Podiumsdiskussionen, Interviews und Expert*innengesprächen präsentiert, das Filmemacher*innen, Wissenschaftler*innen und Interessierte von Riverside bis Teheran einlud, gemeinsam über die künstlerisch-dokumentarischen Impulse hinaus an aktuellen Diskursen teilzuhaben und miteinander in Austausch zu treten.

Das war das Programm des IAC Hamburg im November 2021.

Das Filmforum fand auf einer an das Format angepassten digitalen Veranstaltungsplattform statt, betreut durch die Hamburger Entwicklungsfirma Synaptic Minds. Die Filme wurden in Originalsprache mit deutschen Untertiteln gezeigt. Neben der Veranstaltungssprache Deutsch fanden Podiumsdiskussionen mit internationalen Teilnehmenden auf Englisch statt

Diese, sowie alle weiteren Redebeiträge wurden durch eine live-Untertitelung in deutscher Sprache für Schwerhörige und Gehörlose zugänglich gemacht.

Die Teilnahme an der Veranstaltung stand allen Interessierten unabhängig ihres Standorts offen und war kostenlos.

Kurzfilm "The Auxilary"
Kurzfilm "The Auxilary"

The Auxilary 2018, Belgien, Frédéric Plasman

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Runder Tisch "Modified (Hu)man"
Runder Tisch "Modified (Hu)man"

Modified Human: Diskussionsrunde am 12.11.21, 21:00 Uhr mit Başak Ağın, Sümeyra Buran, Claudia Liebelt, Nacim Pak-Shiraz und Christopher Coenen. Moderation: Melike Şahinol

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Abschlussdiskussion am OII
Abschlussdiskussion am OII

Abschießendes Publikumsgespräch mit den mitwirkenden Wissenschaftler*innen des Orient-Insitut Istanbul am 13.11.21, 21:30 Uhr

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Kurzfilm "The Auxilary"
Kurzfilm "The Auxilary"

The Auxilary 2018, Belgien, Frédéric Plasman

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IAC Istanbul 2022

Iran at the Crossways 
Filmforum Istanbul
20.-22.01.2022

Von 20.-22. Januar 2022 findet die zweite Edition von "Iran at the Crossways" in Istanbul statt. Das Filmforum wird in Kooperation mit dem Goethe Institut Istanbul ausgerichtet und gastiert über 3 Tage im Kinosaal des Institut Français. Die Veranstaltung findet auf Türkisch statt, Filme und Redebeiträge werden durch Untertitelungen  und Simultanübersetzung ins Türkische übersetzt.

Für die Teilnahme ist eine Anmeldung erforderlich. Untenstehend können Sie dabei einen oder mehrere gewünschte Programmblöcke wählen. Zum Programm

Das Filmforum ist für alle Besucher:innen kostenlos. Der Einlass vor Ort erfolgt über Vorlage eines Ausweisdokuments, gültigen HES-Code sowie gültigem Impfnachweis. Im Hinblick auf die Hygienevorschriften und Pandemie Maßnahmen werden wir den Zuschauerraum mit einer Auslastung von ca. 40% belasten. 

Während der Veranstaltung besteht eine FPP2/N95 Maskenpflicht (ausgenommen Redner*innen).

 
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Über uns

IRSSC

Die International Standing Working Group IRSSC hat das Ziel, mittels innovativer Forschungsthemen Möglichkeiten und Grenzen der Kooperation mit insbesondere iranischen Kolleginnen und Kollegen sowie Wissenschaftseinrichtungen auszuloten. Kulturelle, soziale und religiöse Zusammenhänge im transregionalen Kontinuum zwischen Anatolien und Iran bis nach Pakistan stehen dabei im Fokus. 

Unter schwierigen ökonomischen Rahmenbedingungen und im Kontext raschen soziokulturellen Wandels infolge von Globalisierung und demographischen Veränderungen nutzen die Menschen im Iran die ihnen zur Verfügung stehenden kulturellen Ressourcen auf vielfältige Weise. Durch Globalisierung, Migration, Urbanisierung und die Verbreitung (techno)medialer Kommunikationsmöglichkeiten modifizieren und multiplizieren sich kulturelle Ausdrucksformen und differenzieren sich gesellschaftlich aus. Lokale wie auch globale Muster der kulturellen, religiösen und körperlichen Performanz gewinnen dabei an Bedeutung. Tradierte Formen der Authentizität (wie Minderheitsidentitäten oder regionale Musikformen), globale kulturelle Ausdrucksformen (Esoterik, neue Formen der Religiosität, Transhumanismus als postmoderne Strömung, Vegetarismus/Veganismus, musikalische Subkulturen), aber auch moderne technologische Möglichkeiten zur „Verbesserung der menschlichen Natur“ (‚Human Enhancement‘) erzeugen tiefgreifende Transformationen von sozialer Interaktion und Gruppenidentitäten sowie des menschlichen Körpers.

IRSSC untersucht anhand ausgewählter Forschungsfragen schwerpunktmäßig im Raum Türkei–Iran–Pakistan, wie diese Konzepte auch grenzüberschreitend miteinander verflochten oder parallel zueinander wirkmächtig sind.

Die schöpferische Aneignung von Praktiken und Diskursen zur sozialen und individuellen Selbstbehauptung geschieht in einem Spannungsverhältnis und in Wechselwirkung mit heute gültigen normativen Strukturen und Praktiken. Diese umfassen beispielsweise den schiitischen Islam, etwa hinsichtlich des körperlichen Habitus, der religiösen Rituale, der Geschlechterrollen sowie des aktiven und passiven Zugangs zu Musik.

Die Bedingungen moderner Medialität und dadurch vervielfachter sozialer Interaktion führen dabei zu einem größeren, ausdifferenzierten und hybriden Repertoire im Umgang mit Institutionen wie auch mit einer internationalen Öffentlichkeit, z. B. über soziale Medien. Dies soll in Bezug auf die kulturellen Felder Musik, Religion und (körperverändernde) therapeutische und nicht-therapeutische Medizin mit kultur- und sozialwissenschaftlichen Methoden erforscht werden. Diese thematischen Schwerpunkte entsprechen Expertisen in den drei beteiligten Forschungsfeldern des Orient-Instituts Istanbul: Musik im Osmanischen Reich und in der Türkei; Religionsgeschichte Anatoliens und Mensch, Medizin und Gesellschaft. Ziel von IRSSC ist neben empirischer Projektforschung das Aufzeigen von Potentialen zum Aufbau eines internationalen Forschungsverbunds, der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Region, insbesondere Irans, in die internationale Wissenskommunikation und -produktion einbezieht.

Orient-Institut Istanbul

Das Orient-Institut Istanbul ist ein turkologisches und regionalwissenschaftliches Forschungsinstitut im Verbund der Max Weber Stiftung. In enger Kooperation mit türkischen und internationalen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern widmet es sich einer Vielzahl unterschiedlicher Forschungsgebiete. Außerdem ist das Orient-Institut Istanbul aktiv auf dem Gebiet des wissenschaftlichen Austausches zwischen Deutschland und der Türkei.

Das Institut befindet sich im Stadtteil Cihangir unweit des Taksim-Platzes, der zu den kulturellen und verkehrstechnischen Zentren der Stadt zählt. Umgeben von zahlreichen Archiven, Handschriftensammlungen, Museen und Kunstgalerien, bietet das Institut einzigartige Voraussetzungen zur Erforschung der osmanischen, mediterranen und türkischen Kultur, Geschichte und Gesellschaft.

Die im weiteren Ausbau befindliche Forschungsbibliothek des Instituts ist öffentlich zugänglich. Derzeit umfasst die Sammlung etwa 47.000 Bände sowie 1.525 Zeitschriften (davon 120 fortlaufend) mit einer thematischen Schwerpunktausrichtung auf osmanische Geschichte und gegenwartsbezogene Studien zur Türkei. Neben umfangreichen türkischsprachigen Beständen ist die Bibliothek eine wertvolle Ressource für die in Istanbul oftmals schwer auffindbare wissenschaftliche Literatur auf Deutsch und in anderen Fremdsprachen. Am Institut finden regelmäßig Vorträge, Symposien und wissenschaftliche Konferenzen statt.

Von 1989 bis 2008 war das Orient-Institut Istanbul als Nebenstelle des Orient-Instituts in Beirut tätig. Mit dem Jahr 2009 wurde das Orient-Institut Istanbul eine eigenständige Forschungseinrichtung im Verbund der Max Weber Stiftung.

Wissen entgrenzen:
Internationalisierung, Vernetzung, Innovation in der und durch die
Max Weber Stiftung

Seit dem Frühjahr 2019 verfolgt das großangelegte Forschungsvorhaben „Wissen entgrenzen: Internationalisierung, Vernetzung, Innovation in der und durch die Max Weber Stiftung“ das Ziel, innovative Forschungsfelder zu erschließen. Zugleich stärkt das Projekt aber auch die weitere Internationalisierung der Stiftungstätigkeit und trägt dazu bei, die Kooperation sowie Vernetzung zwischen den Instituten der Stiftung und externen Partnern auszubauen. Das Forschungsprojekt wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert und ist auf eine Laufzeit von drei Jahren ausgelegt.

Der Titel spiegelt die grundlegende Ausrichtung des Projektes wider: Unter der Maxime „Wissen entgrenzen“ wird der Blick auf ausgewählte Forschungsräume gerichtet – diese umfassen neben Europa Schlüsselregionen wie Afrika, den Nahen und Mittleren Osten sowie den pazifischen Raum. Sie werden über ihre bislang wenig erforschten Wissensbeziehungen neu vermessen und miteinander in Bezug gesetzt.

Team

Wir möchten uns hiermit bei folgenden Personen und Institutionen besonders bedanken. Ohne ihren Einsatz hätten wir das Filmforum nicht realisieren können!

Raphaela Rößler
Produktionsleitung

Shahrzad Irannejad
Produktionsassistenz, Regionalexpertin

Burak Taşdizen
Koordination am Veranstaltungsort, Produktionsassistenz

Sercan Sever
Assistenz am Veranstaltungsort

Tassia Breidenbrücker
Digitalisierung und Analytics für Künstler:innen & Kulturinstitutionen, SynapticMinds UG

Tamara Dewald
Communications Manager / Assistentin der Geschäftsführung bei AUDIO2 - Datamatix Datensysteme GmbH

Işıl Kocabay
Türkische Untertitel

Somayeh Mirshamsi / Arash Sarkohi
Deutsche Untertitel

Mascha Peleshko
Video- und Audioschnitt

Nils Poppe
Grafik, Visueller Außenauftritt

Patrick Romberger
Techniker AUDIO2 - Datamatix Datensysteme GmbH

Raphaela Rößler
Webseite

Ebenfalls möchten wir uns sehr herzlich bei allen bedanken, die sich an den Interviews und Gesprächsrunden beteiligt haben:

Başak Ağın, Sümeyra Buran, Christopher Coenen, Farzad Jafari, Nadie Jafari, Fereshteh Joghataei, Mina Keshavarz, Claudia Liebelt, Nacim Pak-Shiraz, Mina Rad, Federico Spinetti

Ein großer Dank geht auch an folgende Personen, die uns mit ihrer Expertise zu verschiedenen Punkten im Bereich Film und Filmfestival beraten haben: 

Omid Balaghati, Deniz Buğa, Setareh Fatehi Irani, Reza Haeri, Pouria Jahanshad, Farhad Mehrabi, Amirali Qasemi, Nahid Rezaei

Ein großer Dank geht nicht zuletzt an unsere Kooperationspartner Goethe-Institut Istanbul e.V., insbesondere an:

Mani Pournaghi Azar, Institutsleitung; Özlem Kaymak (ÖA), Büro Institutsleitung; Petra Diehl, Sachbearbeiterin Kulturprogramm; Fügen Uğur, Sachbeareiterin Kulturprogramm

 

Ebenfalls unterstützt hat das Institut français de Turquie à Istanbul, dem wir den wunderbaren Veranstaltungsort zu verdanken haben. Herzlichen Dank an unseren Ansprechpartner dort Ghislain Vidal-Giraud, verantwortlich für Kulturelles und Kooperationen, für die tatkräftige Unterstützung.

Wissenschaftliches Konzept

Dr. Melike Şahinol
Burak Taşdizen
Dr. Gülşah Başkavak

in Zusammenarbeit mit
Biofaction KG
„Modified (Hu)Man: Traditionen, Verletzlichkeiten und mögliche Zukünfte“

 

Dr. Katja Rieck
Shahrzad Irannejad

in Zusammenarbeit mit
Mina Keshavarz & Mina Rad
„Dokumentarfilme und sozialer Wandel in Iran“

 

PD Dr. Judith I. Haug
Dr. des. Kamyar Nematollahy

„Körper und Spiritualität: Die musikalische und physische Tradition des Zurkhaneh“

 

Dr. des. Esther Voswinckel-Filiz
Shahrzad Irannejad
Dr. Katja Rieck
PD Dr. Robert Langer

„Landschaften des Religiösen in Iran“